Nitrat im Trinkwasser – eine tickende Zeitbombe

Darmkrebs, Kindstod oder doch nur Wachstum für die Pflanzen? Es wird immer wieder über Nitrat und die Gefahren für das Trinkwasser berichtet. Entweder im positiven durch Bauernverbände und Bundesregierung. Oder aber durch Personen, die gerne als Aktivisten gebrandmarkt werden. Was ist nun tatsächlich dran an der Gefahr durch Nitrat?.

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Nitrat - unbekannt und doch in aller Munde

Pflanzlinge


Was ist Nitrat eigentlich? Einfach ausgedrückt handelt es sich hierbei, um ein wasserlösliches Element aus Stickstoff. Es kommt grundsätzlich in natürlicher Form im Boden und der Biossphäre vor. Bekanntlich wandeln Pflanzen Stickstoff in Sauerstoff um. Daher ist dieser Stoff sehr gut geeignet für das Pflanzenwachstum.

In der Landwirtschaft finden die Nitrate als Dünger Verwendung. Ziel der Bauern ist natürlich eine möglichst hohe Effienz ihrer Arbeit. Auch als Gewinnmaximierung zu bezeichnen. Daran ist grundsätzlich erstmal nichts verwerfliches zu finden.

Leider werden in solchen Fällen, die eigenen Interessen häufig über das Allgemeinwohl gestellt.

Zusammenfassung

  • Nitrat = wasserlösliches Element
  • Wichtig für das Pflanzenwachstum
  • Bauern nutzen es als Dünger

Düngung - Gib ihnen alles und mehr


Düngung ist toll! Hat es doch eigentlich zum Ziel, die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Sie sollen ja schliesslich entsprechend wachsen und uns nahrhaft sein sowie gut schmecken. Immer mehr Wettbewerb, immer höher, weiter und schneller, kehrt dieses zu lobende Werk leider in das Gegenteil um.

Maß halten ist bei den Bauern schon lange nicht mehr angesagt. Wenn im Frühjahr wieder die Gülle raus gefahren wird, gilt das Prinzip: Gib den Pflanzen und dem Boden alles, was das Güllerohr so her gibt. Neben den später noch ausgebrachten Pestiziden, erhalten die Pflanzen und der Boden mehr als ihnen gut tut.

Die Pflanzen können Nitrat nur bis zu einem gewissen Grad speichern. Alle Überschüsse bleiben im Boden und werden mit dem nächsten Regen ins Oberflächenwasser gespült. Dort beginnt der für uns Menschen fatale Verlauf der Gewinnsucht.

Zusammenfassung

  • Pflanzen können nicht alles Nitrat speichern
  • Bauern überdüngen die Felder
  • Überschuss gelangt ins Oberflächenwasser

Der Schaden für unseren Körper


Ein Großteil des von uns konsumierten Trinkwasser wird nicht aus tiefliegenden Quellen gespeist. Hier dient mehr und mehr das Oberflächenwasser zur Versorgung. In diesem findet sich nun der Überschuss des Nitrat der Felder.

Unser Körper wandelt mittels Darmbakterien, das Nitrat nun zu Nitrit um. Die daraus entsehenden Nitrosamine haben nun fatale Folgen. Neben einer Behinderung der wichtigen Jodaufnahme, werden Nitroanionen durch Blutkörperchen zu Methämoglobin umgewandelt. Dies schränkt die Sauerstoffversorgung im Körper ein.

Gesunde (!) Erwachsene haben die Möglichkeit einen Teil wieder zurück zu verwandeln. Bei Säuglingen sieht dies leider ganz anders aus. Ihre Körper haben dies Möglichkeit noch nicht. dies führt dann häufig zur Blausucht oder eben dem Kindstod.

Schwedische Forscher habe bereits 2001 (!!!) den Zusammenhang mit hohen Nitratkonzentrationen in bestimmten Gegenden und den dort auftretendem Kindstod aufgezeigt. Ebenso wurde der Zusammenhang von Nitrat und Darmkrebs von ihnen aufgezeigt.

Zusammenfassung

  • Bakterien wandeln Nitrat zu Nitrat
  • Sauerstoffversorgung wird eingeschränkt
  • Kindstod und Darmkrebs sind mögliche Folgen

EU verklagt Bundesregierung



Häufig schütteln wir über die Possen der EU Behörden nur noch den Kopf. In manchen Dingen findet sich aber auch positives Potential. Hier beispielsweise beim Bemühen um die Einhaltung bzw. Reduzierung der Nitratbelastung. Die von der EU Behörde festgelegten Grenzwerte finden häufig Beachtung. Nur in Deutschland leider nicht. Und dass, obwohl wir (die Bundesregierung und Wasserwerkbetreiber) uns doch dafür rühmen erstklassiges Trinkwasser zu produzieren.

Dass dem scheinbar nicht so ist, findet sich nun einmal mehr in der Klage der EU am europäischen Gerichtshof gegen Deutschland. Erstaunlicherweise erfolgte die Klage erst 2016. Dabei hätte Deutschland bereits seit 2012 die Grenzwerte einhalten sollen.

Von der Regierung wird dies natürlich wieder versucht zu dementieren oder abzuschwächen. Dabei kann man höchst öffentlich beim Bundesumweltamt einsehen, dass die Belastung an ca. 20% aller Messstellen über dem Grenzwert liegt. Müssig zu sagen, dass es natürlich viel zu wenig Messstellen gibt. Nebenbei bemerkt, werden diese in "bevorzugten" Gebieten eingerichtet.

Zusammenfassung

  • 2016 EU - Klage gegen Duetschland
  • Bundesregierung dementiert
  • Massive Überschreitung der Grenzwerte

Fazit

Es gibt sicherlich viele Dinge über unser Trinkwasser zu berichten und ich werde dies weiterhin tun. Nitrat ist dabei nur ein Aspekt, wenn auch ein gewichtiger. Scheinbar ist die Bauernlobby zu stark, dass die Bundesregierung ihr die Stirn bieten kann oder möchte.

Aber sind sie nicht von uns gewählt? Sollten sie daher nicht für unser aller Wohl arbeiten. Schliesslich werden sie ja auch noch von uns über Steuern dafür bezahlt. Ich kann nur dringend empfehlen, dass jeder sich diesen und alle weiteren Artikel in Ruhe durch den Kopf gehen lässt. Danach sollten dann die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und ein langes, gesundes Leben!

Alex
"Ihr" Wassercoach

P.S. Mineralwasser in Plastikflachen, garniert mit dem Weichmacher Bisphenol A und den zusätzlichen Umweltproblemen ist KEINE Lösung! 😉


Alex Huth
 

Alex informiert mit Leidenschaft umfassend über alle Themen rund um Wasser und Gesundheit. Wenn er mal gerade keinen Blogartikel schreibt, trainiert er seine Achtsamkeit durch QiGong.

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